Das Comeback der letzten Diva

adele

Lange hat die Welt nun gewartet um wieder Neues von der englischen Sängerin ADELE zu hören, und jetzt ist es endlich soweit: Mit ihrem neuen Album „25“ startet sie noch einmal durch.

Aber zunächst einmal ein kurzer Rückblick auf ihre bisherige Karriere: Ihr erstes Album „19“ (2008) enthielt Singles wie „Chasing Pavements“ und „Hometown Glory“ und sie verdiente sich damit 2 Grammys im Jahr 2009, aber dennoch gelang ihr damals noch nicht wirklich der internationale Durchbruch. Fast drei Jahre später publizierte sie dann eines der bis dato erfolgreichsten und meist gekauften Alben des 21. Jahrhunderts: „21“, und somit wurden 2011 und 2012 die Jahre, in denen es kaum ein Radio gab, das nicht eines ihrer Lieder spielte und keine Awardshow, bei der sie nicht zumindest einen Preis gewann.

Fast 5 Jahre, 8 Grammys, einen Oscar („Skyfall“) und eine Schwangerschaft später nun das langerwartete Comeback. Die Erwartungen waren unendlich groß, man sprach von einer Rückkehr der besten Stimme der Welt.

Erste Singleauskopplung: „Hello“, ein Titel der nach einer solchen Wartepause nicht passender sein könnte. Ein Hallo, das sich vor allem an ihre Fans und sie selbst richten soll. Die Ballade erinnert sofort an die Adele, welche die Welt kennt, doch ihre Stimme ist noch stärker und in gewisser Weise reifer geworden. Die Strophen leise und anfangs nur von Klaviermusik begleitet bringen so auch einen sanften Einklang in die neue Ära.

Also diesmal kein Album, das sich an eine alte Liebe richtet, sondern an eine neue Zeit.
Ungefähr zwei Wochen später veröffentlichte Adele dann eine Live-Version eines weiteren Liedes des Albums, „When we were young“, auch dieser Song hält sich an ihren klassischen Popstil. Den Text hat sie so verfasst, als ob sie 50 Jahre alt wäre und auf ihre jungen Tage zurückschaue.

Mit anderen Tracks des Albums, wie zum Beispiel „Send my Love (To your new lover)“ oder „Water under the bridge“ versucht sie sich allerdings auch etwas im neuzeitlichen Pop. Das lässt sich auch dadurch erklären, dass diese Songs unter anderem von Max Martin und Shellback produziert und mitgeschrieben wurden, welche auch schon mit Künstlern wie Taylor Swift und Katy Perry gearbeitet haben. Damit macht sie eindeutig einen Schritt weg von dem Stil, welchen wir mit „21“ und „19“ kennengelernt haben.

Hingegen Songs wie „Miss you“, „River Lea“ oder „Sweetest Devotion“ nehmen eher einen mystischen Indie-Pop-Rock/Folk an, ähnlich dem Stil von Florence + The Machine oder Ben Howard: Elektronische Sounds weitab der Popkultur.

Doch auch an einfachen, gefühlvollen und schlicht produzierten Songs fehlt es nicht: „Remedy“ könnte man vielleicht als das „Someone like you“ von „25“ bezeichnen, und auch wenn es nicht ganz so ins Ohr geht und man es natürlich nicht mit dessen Komplexität vergleichen kann, ist es dennoch ein hervorragender Song. Ebenso steht es mit „All I ask“: Ein Song der einem Musical entnommen sein könnte.

Insgesamt also ein herausragendes Album, auch wenn das diesmal allein Adeles einzigartiger Stimme zu verdanken ist. Es gibt nämlich durchaus einen wichtigen Punkt, der den Erfolg des Albums ein wenig trübt: Natürlich sind die Lieder alle schön konzipiert und präsentieren auch die erworbene Reife von Adeles Stimme, aber sie wollen einfach nicht hängen bleiben.
Das Problem des neuen Albums ist, dass die von Anfang an sehr hohen Erwartungen zwar durchaus souverän erfüllt wurden, aber nicht, wie eigentlich erwartet, den Rahmen des Vorherigen übertreffen konnten, was einfach daran liegt, dass die Lieder nicht dasselbe Maß an Besonderheiten aufweisen können, das die alten vorgegeben haben. Das kann natürlich mit Adeles großartiger Stimme etwas überspielt werden, jedoch bleibt „21“ musikalisch noch immer unübertroffen, auch wenn „25“ international schon neue Verkaufsrekorde aufstellt. Mit 27 Jahren hat Adele aber noch immer genug Zeit um das zu ändern.

Bild von Elli With

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