Die Evolution des Griechisch-Kammerls

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Da ich ein Lang-Lateiner bin und nicht wirklich Interesse  an der französischen Sprache hatte, war es für mich klar, ab der 5. Klasse Altgriechisch zu wählen. Deshalb kannte ich das Griechisch-Kammerl bereits und war nicht gerade erfreut, als ich im Juni hörte, dass die 7B (damals 6B) ein neues Klassenzimmer bekommen würde.

Wir waren eigentlich recht zufrieden mit unserer Raucher-Klasse (nicht falsch verstehen, wir haben da nicht geraucht, aber immer, wenn man das Fenster geöffnet hat, roch es stark nach Zigaretten).
Als ich dann im September nach der Kirche hinauf in den zweiten Stock ging und neben der Tür des Griechisch-Kammerls ein Stück Papier mit der Aufschrift „7B“ erblickte, wusste ich, dass uns unser Klassenvorstand doch nicht veräppelt hat. Zu siebzehnt mussten wir in einen Raum, der eindeutig nicht für diese Anzahl an Schülern geeignet war. Fünf Griechen oder manchmal zwölf Lateiner gehen sich recht gut aus, aber das Kammerl war schon etwas zu eng.
Abgesehen von der Hitze und dem offensichtlichen Platzmangel fehlten noch Spinde, Waschbecken, Computer, Beamer und ein Schwamm. Immerhin, was wir hatten war der Kasten mit den griechischen und lateinischen Büchern und eine Tür gleich neben der Tafel (Genau, eine zweite Tür für den wahrscheinlich kleinsten Raum der Schule).gr-kammerl3
Warum? Das weiß keiner so genau, auch jetzt noch habe ich keine Ahnung, warum die da eingebaut werden musste. Angeblich ist sie notwendig als eine Art Brandschutztür.
Schließlich wurde der Kasten auch verstellt und es kamen nach und nach immer mehr Dinge: ein Schwamm, Zirkel und Geodreieck, eine Art Lehrertisch und ein Wassereimer (weil mit einem trockenen Schwamm die Tafel zu putzen ist auf Dauer nicht optimal). Und so ließ sich die ganze Situation auch gut zusammenfassen: Nicht optimal.
Allerdings muss man an dieser Stelle sagen, dass sich alle Beteiligten sehr angestrengt haben, das Beste aus der Situation zu machen und es wurde auch immer besser (also von dem, was wir im September hatten, konnte es nur bergauf gehen). Nach den Herbstferien war es dann endlich so weit. Wir bekamen einen Computer, einen Beamer und ein Whiteboard mit Stiften, die nicht mehr, nachdem man sie abgewischt hat, auf der Tafel sichtbar waren. Und was die Klasse jetzt auch noch hat sind Kleiderhaken an der Tür.
Also könnte man sagen, dass wir jetzt doch eine richtige Klasse haben und noch dazu die mit den besten Wänden, denn die gelbe Farbe, die wir in den letzten Jahren hatten, ist nichts gegen die blauen Muster im griechischen Stil, welche die Wand im Griechisch-Kammerl verzieren.gr-kammerl2

 

 

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