Die Gedenktafel neben dem Buffet – Josip Stritar

banner-josip
Josip Stritar feiert heuer sein 180. Jubiläum. „Und was hat das mit uns zu tun?“, könnte man vielleicht fragen, aber sicher habt ihr schon die schöne Glastafel neben dem Buffet bemerkt.

Er war also Lehrer an unserer Schule. Wie kommt es aber eigentlich, dass ein slowenischer Bauernsohn in einem Gymnasium in Wien landet, um dort Deutsch, Latein und Schönschrift zu unterrichten und was hebt ihn aus der Menge der ehemaligen Lehrer hervor, sodass gerade er eine Gedenktafel erhält?
Um die erste Frage zu beantworten, muss man wohl mit der Jugend dieser in Österreich leider gänzlich unbekannten Persönlichkeit anfangen. Stritar wurde also 1836 in Podsmreka in Slowenien geboren, welches damals Teil der Habsburgermonarchie war. Trotz der Gymnasialreform 1848/49, wo bestimmt wurde, dass neben Latein und Altgriechisch in der Schule auch mehr auf die Muttersprache eingegangen werden sollte, wurde der Unterricht immer noch auf Deutsch gehalten. Da Stritar ein ausgezeichneter Schüler war, ist es kein Wunder, dass er schnell fließend Deutsch sprach und nach der Schule gleich nach Wien kam, um klassische Philologie (Griechisch und Latein) zu studieren. Kurz vor seiner letzten Prüfung aber brach er das Studium ab und legte eine 14 Jahre andauernde Pause ein.
Während dieser -und hier kommt die Antwort auf die zweite Frage- schrieb der Dauerstudent einige seiner größten Werke, wie den Roman „Zorin“, welcher seine Erfahrungen aus dem Studienzeit wiederspiegelt, oder die Gedichtsammlung „Dunajski soneti“. Nebenbei reiste er und arbeitete, um sich etwas dazuzuverdienen, als Hauslehrer. Anfangs verfasste Stritar seine Werke auf Deutsch, aber als er erkannte, dass er, wenn auf Slowenisch schrieb, mehr erreichen konnte, wandte er sich endgültig dieser Sprache zu. Er verfasste Theaterstücke, Literaturkritiken und war Redakteur der Literaturzeitschrift „Zvon“ (Glocke). Schlussendlich machte er seine Prüfung und kam, nachdem er kurze Zeit in einem Gymnasium in Hernals gearbeitet hatte, an das Piaristengymnasium, wo er bis zu seiner Pensionierung 1901 blieb. Erst ein paar Jahre vor seinem Tod kehrte er in die Heimat zurück. In Slowenien ist heute zum Beispiel der „Stritarpreis“, ein Preis für Literaturkritiker, nach ihm benannt. Dass er nach so vielen Jahren wieder an die Schule zurückgekehrt ist, verhilft ihm vielleicht auch bei uns zu mehr Bekanntheit.

cimg0857

Vortrag über Josip Stritar für die 7. Klassen

Vortrag über Josip Stritar für die 7. Klassen

989 Besuche insgesamt: 3 Besuche heute:
Bookmark the Permalink.

Schreibe einen Kommentar