Gastartikel: Halloween-Gedicht


Die Gassen leer und schwer die Schritte,
Um die Ecke angsterfüllte Blicke.
Langsam gehst du, weichst den Geistern aus,
Sehnst dich nach dem warmen, sich’ren Haus.
Jeder Schatten wird zur Seele,
Die dich einholt, nach dir schreit.
Jede Straße – eine Höhle,
Jede Stunde – Ewigkeit.


Und du eilst, denn schon steigt hinter schwarze Dächern
Der Mond auf, knochendürre Damen grüßen dich mit ihren Fächern.
Ein Nebel Todesduft steigt auf –
Die Uhr schlägt Mitternacht: So lauf!
Die Gräber liegen offen da,
Es regnet kalte, ungeweinte Tränen.
Sie kommt, die grauenhafte Schar!
Und mich packt wildes Todessehnen.


Dürre Äste ruhen schweigend.
Nebelschwaden hüll’n sie ein.
Bäume stehen sich verneigend,
Alles Täuschung, alles Schein.
Spinnen weben weiße Schleier.
Schwarz wird alles Rosenrot.
Zum Glockenschlag beginnt die Feier –
Auf dem bleichen Mund ist Blut.

 

– L. A. H.

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